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36 Jahre Deutsche Einheit: Selbstdemokratisierung Würdigen – Einheit Weiter Vollenden

SPD-Bundestagsfraktion · 1. Oktober 2026 · Nr. 167/2026 · Kultur und Medien

Zum Tag der Deutschen Einheit würdigen wir das Streben der Bürgerinnen und
Bürger der DDR nach Freiheit, Demokratie und den gemeinsamen Weg zur
deutschen Einheit. Wir gedenken dabei insbesondere des kürzlich verstorbenen
Martin Gutzeit als einem der Gründerinnen und Gründer der
sozialdemokratischen Partei in der DDR und damit Wegbereiter der friedlichen
Revolution.

Franziska Kersten, zuständige Berichterstatterin:

„36 Jahre Einheit sind ein Glücksfall – aber noch immer kein abgeschlossenes Versprechen. Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern haben erneut gezeigt: Zu oft schaut der Westen auf den Osten vor allem mit Staunen oder Sorge, nicht mit Respekt. Diese Berichterstattung übersieht dabei zu oft, dass die Menschen im Osten Demokratie nicht geschenkt bekamen, sondern selbst erkämpft haben. Der Herbst 1989 war die größte demokratische Selbstermächtigung unserer Geschichte: vom Runden Tisch bis zur Auflösung der Staatssicherheit, friedlich und ohne einen einzigen Schuss. Wer diese Leistung ernst nimmt, redet anders über den Osten. Denn auch heute noch gibt es eine unglaublich engagierte Zivilgesellschaft, die sich gerade im Osten für Demokratie und Beteiligung einsetzt.“

Holger Mann, zuständiger Berichterstatter/:

„Die staatliche Einheit ist nun seit 36 Jahren vollendet, die innere und soziale Einheit unseres Landes scheint gerade aber in weite Ferne zu rücken. Protestparteien profitieren sowohl von einer wahrgenommenen Opferrolle des Ostens als auch von weiterhin vorhandenen sozialen und wirtschaftlichen Unterschieden. Deshalb sollten wir uns am 3. Oktober auch daran erinnern, dass die Ostdeutschen sich selbst aus der Umklammerung einer Diktatur befreit haben. Die Gründung der SDP vor 37 Jahren war ein früher Akt demokratischen Muts in der DDR und ein Signal gegen den Allmachtsanspruch der SED. Die Erneuerung trugen Menschen wie Martin Gutzeit, der am Zentralen Runden Tisch mitwirkte, die Auflösung der Staatssicherheit vorantrieb und die Volkskammer zu einem demokratischen Parlament formte. Dieses Engagement bleibt unser Ansporn: Wir wollen die Einheit täglich mit Leben füllen und durch inklusive Politik voranbringen, die niemanden zurücklässt.“

→ Vollständige Pressemitteilung auf spdfraktion.de