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Selbstverständlich muss die Bäderbahn bleiben – Kehrtwende des Landes darf kein Wahlkampfmanöver sein

Staatssekretärin Henckel hat gestern beim Dialogforum in Oldenburg einen Weiterbetrieb der Bäderbahn in Aussicht gestellt. Dazu erklärt der SPD-Landesvorsitzende Ulf Kämpfer:

„Selbstverständlich muss die Bäderbahn bleiben. Niemand außer der schwarz-grünen Landesregierung hielt es in den vergangenen Jahren noch für eine gute Idee, die immer stärker genutzte Strecke abzuwickeln. Tausende Pendlerinnen und Pendler sind auf die Bäderbahn ebenso angewiesen wie die ganze Tourismusregion. Endgültig zur Sackgasse wurden die Abwicklungspläne, nachdem vor einigen Jahren klar wurde, dass die Gleise der Strecke nicht nur erhalten bleiben, sondern auch an die neue Hinterlandanbindung angeschlossen werden sollen. Trotzdem beharrte die Landesregierung auf der Position: Schienenverkehr auf der Bäderbahntrasse soll es künftig nicht mehr geben. Das man nun offenbar vom Eisenbahnbundesamt, dem Bund und der Bahn in aller Deutlichkeit die Absurdität der eigenen Pläne vor Augen geführt bekommen hat, ist gut. Es zeigt aber erschreckend deutlich, wie irrlichternd die Landesregierung unterwegs war.“

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorstandsmitglied Niclas Dürbrook sagt:

„Ich wäre heilfroh, wenn bei der Landesregierung nun ein Umdenken stattgefunden hätte. Ich bin aber skeptisch, wie ernst es der Landesregierung tatsächlich ist. Niemand hindert die Landesregierung jetzt sofort eine klare Ansage zu machen: Auf der Bäderbahntrasse wird vom Land auch nach Fertigstellung der Hinterlandanbindung Zugverkehr bestellt. Damit wäre klar, dass man nicht mehr über das Ob, sondern nur noch über das Wie des Bäderbahnerhalts sprechen würde. Statt dieser klaren Ansage gibt es vom Land aber einmal mehr die Ankündigung einer Prüfung. Nur zur Erinnerung: Bereits 2023 hatte die Landesregierung angekündigt, den Erhalt der Bäderbahn noch einmal zu prüfen. Ein halbes Jahr später war dieser Plan dann wieder vom Tisch. So bleibt das ungute Gefühl, dass auch diese erneute Kehrtwende nicht mehr als ein Manöver ist, um ein störendes Thema im aufziehenden Landtagswahlkampf vorläufig auf dem Abstellgleis zu parken.

Seit dem vergangenen Sommer ist offiziell, dass der Zeitplan für die Hinterlandanbindung nicht gehalten wird. Wir haben die Landesregierung seitdem mehrfach aufgefordert, den neuen zeitlichen Spielraum zu nutzen, um die nötige Umplanung für eine zukunftssichere Anbindung der Bäderbahn auf den Weg zu bringen. Das hat die Landesregierung verweigert und damit ein ganzes Jahr verschenkt. Stattdessen ließ man die Kommunen weiter an teuren neuen Bahnhöfen planen und Tausende Menschen an der Lübecker Bucht in Unklarheit über die künftige Anbindung der Orte. Es passt zur vollkommen verkorksten Kommunikation und Planung der Landesregierung, dass der neueste Plan von der zuständigen Staatssekretärin nebenbei in einem Grußwort verkündet wird. Ohne jede vorherige Kommunikation mit den betroffenen Kommunen. Selbst die Bahn hat man nach deren eigener Auskunft erst einen Tag vorher informiert. Wir sind vom Verkehrsministerium eine Menge gewohnt, aber das ist selbst auf der nach unten offenen Madsen-Skala ein neuer Tiefpunkt.“

Quelle: SPD Schleswig-Holstein