SPD-Bundestagsfraktion · 17. Juni 2026 · Nr. 105/2026 · Kultur und Medien
Am 17. Juni 1953 erhoben sich über eine Million Menschen in mehr als
tausend Städten, Dörfern und Gemeinden der DDR gegen die SED-Diktatur. Aus
Arbeiterprotesten gegen Normerhöhungen wurde ein Volksaufstand für
politische Freiheit, freie Wahlen und die deutsche Einheit. Sowjetische
Panzer schlugen ihn blutig nieder, über 55 Menschen kamen zu Tode – doch
der Mut der protestierenden Menschen bleibt unvergessen.
Franziska Kersten,, zuständige Berichterstatterin:
„*Am 17. Juni 1953 erhoben sich über eine Million Menschen in mehr als tausend Städten, Dörfern und Gemeinden der DDR gegen die SED-Diktatur. Aus Arbeiterprotesten gegen Normerhöhungen wurde ein Volksaufstand für politische Freiheit, freie Wahlen und die deutsche Einheit. Sowjetische Panzer schlugen ihn blutig nieder, über 55 Menschen kamen zu Tode – doch der Mut der protestierenden Menschen bleibt unvergessen.* „Der Aufstand vom 17. Juni 1953 war kein isolierter Arbeiterprotest, sondern ein gesamtgesellschaftlicher Freiheitskampf. Er zeigt: Die DDR-Bevölkerung hat sich nie mit der Diktatur arrangiert. Als Teil der europäischen Widerstandsgeschichte steht der 17. Juni für den Kampf um Selbstbestimmung und Menschenrechte – von Budapest 1956 bis Leipzig 1989. Der 17. Juni mahnt uns: Demokratie muss jeden Tag aufs Neue verteidigt werden. Dem Deutschen Bundestag kommt dabei eine besondere Verantwortung zu, die Erinnerung an den Volksaufstand wachzuhalten und gleichzeitig den Zusammenhang mit unserer Demokratie zu verdeutlichen. Wir setzen uns deswegen für eine verlässliche Förderung von Gedenkstätten und Bundesförderprogrammen wie „Jugend erinnert“ ein. Mit unserer Bildungsarbeit müssen wir insbesondere wieder mehr junge Menschen erreichen und ihr Wissen über Demokratiegeschichte stärken. Dazu können auch Formate beitragen, die Opposition und Widerstand in der gesamten DDR, aber auch darüber hinaus, in den Mittelpunkt stellen. Als SPD-Bundestagsfraktion begrüßen wir den Start des Gestaltungswettbewerbs für das Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur sowie die Grundsteinlegung für das Freiheits- und Einheitsdenkmal in Leipzig. Beim Stasi-Unterlagen-Archiv plädieren wir für eine zügige Umsetzung der Standortplanung mit dem Hauptstandort Berlin-Lichtenberg, den fünf regionalen Archivstandorten sowie den weiteren Außenstellen.“
