„ver.di und der DGB machen völlig zu Recht deutlich, dass weitere Belastungen für Beschäftigte nicht akzeptabel sind. Viele Menschen arbeiten bereits heute an der Belastungsgrenze. Bezahlte und unbezahlte Überstunden sind in zahlreichen Branchen Alltag. Wer unter diesen Bedingungen die Arbeitszeitbelastung der Beschäftigten verschärfen will, verkennt die Realität in den Betrieben.“
Stattdessen brauche es eine grundlegende Neujustierung, so Midyatli weiter:
„Ich werbe seit Langem für eine Perspektive, die Arbeitszeit insgesamt reduziert und gerechter verteilt, etwa durch eine 30-Stunden-Woche. Das ist kein Rückschritt, sondern eine Antwort auf Fachkräftemangel, hohe Krankenstände und den Wunsch vieler Menschen nach mehr Zeit für Familie, Pflege, Engagement und Erholung.“
Gerade für Kiel habe diese Auseinandersetzung eine besondere Bedeutung:
„Unsere Stadt ist geprägt von Industriearbeitsplätzen, dem Hafen, dem öffentlichen Dienst, dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie vielen Dienstleistungsberufen. Schichtarbeit, hohe körperliche und psychische Anforderungen und zunehmender Personalmangel sind für viele Beschäftigte Realität. Fragen von Arbeits- und Gesundheitsschutz entscheiden hier ganz konkret darüber, wie lange Menschen ihren Beruf ausüben können.“
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über Krankschreibungen warnt Midyatli vor einer verkürzten und stigmatisierenden Debatte:
„Wer über Krankenstände spricht, muss ehrlich über die Ursachen reden. Insbesondere psychische Erkrankungen und Langzeiterkrankungen nehmen zu, häufig als Folge von dauerhaftem Druck, Arbeitsverdichtung und fehlenden Erholungszeiten. Beschäftigte unter Generalverdacht zu stellen, ist respektlos und lenkt vom eigentlichen Handlungsbedarf ab.“
Für Midyatli ist deshalb klar, wo die politische Verantwortung liegt:
„Veränderungen in der Arbeitswelt dürfen nicht einseitig zulasten der Beschäftigten gehen. Gute Arbeit braucht Schutz, Verlässlichkeit und starke Mitbestimmung. Dafür stehe ich, und dafür gehe ich am Samstag gemeinsam mit den Gewerkschaften und Beschäftigten auf die Straße.“
Die Demonstration findet am Samstag, 24. Januar, von 10:00 bis 11:00 Uhr auf dem Asmus-Bremer-Platz in Kiel statt.
Quelle: SPD Schleswig-Holstein
