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Home » Künstliche Intelligenz im Betrieb lässt sich regeln und gestalten Das Arbeitnehmer:innen – Treffen 2026 der Kreis Pinneberger mit Schnack & Snack und Frikadellen erbrachte viele neue Einsichten durch einen Bericht aus der Praxis und in der Diskussion

Künstliche Intelligenz im Betrieb lässt sich regeln und gestalten Das Arbeitnehmer:innen – Treffen 2026 der Kreis Pinneberger mit Schnack & Snack und Frikadellen erbrachte viele neue Einsichten durch einen Bericht aus der Praxis und in der Diskussion

Dieser Abend hatte es in sich. Denn aufgerufen war unter dem Motto „Kollegin KI“  kein kleineres Thema als die Frage, wie wir den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Betrieb regeln können. Der Kreisvorsitzende Thomas Hölck, der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner und der Kreisvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit AfA Jürgen Heesch sorgten dabei für die kämpferische Einstimmung. Ralf Stegner: „Reformpolitik für ein  besseres Leben der Menschen ist umso wirksamer machbar, wie das Prinzip der Solidarität hochgehalten und durchgesetzt wird.“ Thomas Hölck: „  Die SPD und die Gewerkschaften müssen zusammen mit den Betriebsräten selbst die Themen setzen und Orientierung geben, wenn es um die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht, weil es sonst keiner tut.“ Jürgen Heesch: „Technologischer Wandel hat schon eine lange Vorgeschichte, auch bei der KI. Es kommt jetzt darauf an, diese Instrumente und ihre  ganz neuen Qualitäten für den Menschen beherrschbar zu machen und die Arbeitnehmerschaft in Betrieben jeder Größe  hierauf richtig vorzubereiten. „

Ein gemeinsamer „Kulturprozess“ zur Aneignung und Steuerung von KI im Betrieb ist notwendig und möglich

Wie das aussehen könnte, hatte der Gast des Abends des Abend, die Verdi – Kollegin, Vorsitzende des Betriebsrates Kiel der Provinzial –Versicherungen und stellvertretene Vorsitzende des Konzernbetriebsrates mit seinen rund 7000 Beschäftigten bzw. Agenten,  Kerstin David aus Tangstedt den interessierten Gästen am Beispiel des eigenen Betriebes sehr anschaulich klar gemacht. Dass es die Provinzial in dieser Form noch gibt, erklärte die Kollegin auch mit den anhaltenden und erfolgreichen Kämpfen der Belegschaft und der Öffentlichkeit um den Erhalt dieses Unternehmens. Diese erfolgreiche Kampf und die Mobilisierung im gesamten Betrieb hätten auch die Grundalge für einen gemeinsamen „Kulturprozeß“ in der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und der Regelung von KI im Betrieb geschaffen. Diese gemeinsame   Auseinander-setzung von Vorstand und Betriebsrat sei abgesichert mit Blick auf die zwangsläufigen personellen Veränderungen über sehr gute Standortgarantien, einen Kündigungsschutz bis 2036 und eine konstruktive Begleitung der Transformationsprozesse. So seien absehbar 1000 Stellen nicht besetzbar und würde sich die Belegschaft durch Altersabgänge um 40 Prozent reduzieren. KI sei hier dann auch ein Instrument, personelle Lücken zu schließen.

Klare Ziele und eine paritätische Besetzung in den Steuerungsgremien

Die Betriebsrätin hob hervor, dass der Gesetzgeber das Betriebsverfassungsgesetz so verbessert habe, dass der Betriebsrat auch bei Fragen des Einsatzes von KI gefragt sei, was gerade für die Vorbereitung, Schulung und Beteiligung der Mitarbeitenden essentiell sei. Kerstin David: Unsere  Herausforderungen sind dabei 1. Ermutigen statt Vorbehalte pflegen, 2. Selber dazu lernen, 3. Gemeinsam unbekannte Pfade begehen und 4. Immer die Balance zwischen Sicherheit, Verlässlichkeit und Innovation finden.“ Dafür gäbe es im Unternehmen zwei paritätisch besetzte Steuerungsgruppen für die KI – Qualität einerseits und für die  Schutzstandards andererseits. Für den Umgang mit KI sei eine kritische und mitdenkende  Mitarbeiterschaft absolut notwendig. Kerstin David: „ Wir bei der Provinzial haben da etwas für Deutschland schon Einmaliges geschaffen. Aber das muss für jeden Betrieb in der Zukunft gelten. Die Qualitätssicherung sitzt immer vor der Maschine und das muss auch so bleiben, dass die KI nicht die Menschen beherrscht, sondern die Menschen die KI.“

Auch die Politik kann steuern und muss KI – Konzerne eingrenzen

Was dieses dann bedeuten könnte mit Blick auf die neuesten Entwicklungen von „rekursiver Selbstverbesserung“, also der Software – Verbesserung durch die Software selbst, war dann einer der Diskussionspunkte in der anschließenden lebhaften Aussprache. Dabei kamen auch die globalen Machtverhältnisse und deren Eingrenzung, die Notwendigkeiten und die Möglichkeiten der politischen Steuerung, eine europäische Souveränität wie der Ausbau von klar vereinbarten Standards und von Ausbildung und Weiterbildung zur Sprache.

Der lebhafte lange Beifall für die Referentin zeigte, dass Kerstin David den richtigen Ton mit ihrem anschaulichen engagierten und positive Wege der Gestaltungen aufzeigenden  Beitrag gefunden hatte. Thomas Hölck dazu: „Das Thema war anspruchsvoll und das bleibt es auch. Da wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir uns in unserem Kreisverband damit beschäftigen.

Quelle: KV Pinneberg