Große Anerkennung gilt dem unermüdlichen Engagement der Tornescher Bürgerinitiative „Starke Schiene“. Gleichzeitig bleiben weiterhin viel zu viele zentrale Fragen offen. Das ist das Fazit einer Informations- und Diskussionsrunde in Tornesch mit Vertretern der DB InfraGo und des Kieler Verkehrsministeriums, die noch kurz vor Weihnachten stattgefunden hat.
Was ist festzuhalten?
- Die endgültige Entscheidung, ob eine S-Bahn- oder Regionalbahn-Lösung umgesetzt wird, soll erst nach Abschluss der Vorplanung getroffen werden – frühestens 2029.
- Zwischen den regionalen Landtagsabgeordneten von SPD und CDU besteht derzeit große Übereinstimmung, dass eine regionale S-Bahn-Lösung wegen der deutlich verlängerten, faktisch verdoppelten Fahrzeiten zum Hamburger Hauptbahnhof abzulehnen ist.
- In der sogenannten „Büsumer Liste“, die von den norddeutschen Verkehrsministern im November 2025 beschlossen wurde, sind 43 vordringliche Straßen-, Schienen- und Wasserstraßenprojekte für den Bundesverkehrswegeplan 2040 benannt. Dazu zählen auch der viergleisige Ausbau der Strecke Pinneberg–Elmshorn sowie der Ausbau der Strecke Neumünster–Bad Oldesloe.
- Nach Auffassung des Verkehrsministeriums in Kiel bestehen für diese Vorhaben derzeit keine personellen oder finanziellen Probleme in der Planung.
Was bleibt offen?
- Warum soll die Vorplanung zur Grundsatzentscheidung S-Bahn oder Regionalbahn noch bis 2029 dauern – also mehr als drei Jahre?
Wie lässt sich dieses Verfahren deutlich beschleunigen, und was ist dafür rechtlich, personell oder datenseitig notwendig? - Welche Folgen hat die offene Entscheidung für wichtige verkehrspolitische und städtebauliche Planungen, etwa den Umbau des Bahnhofs Elmshorn und die Einrichtung einer vierten Bahnsteigkante?
- Wie fügt sich die dringend notwendige und nachhaltige Entlastung des Schienenengpasses Elmshorn–Pinneberg in die weiteren Bedarfe, Planungen und Maßnahmen der gesamten Region ein – Richtung Westküste ebenso wie Richtung Flensburg und Kiel?
Und zwar für Personen- und Güterverkehre, für den Deutschlandtakt ebenso wie für den Nahverkehr. - Das Landesverkehrsministerium kündigt einen 15-Minuten-Takt zwischen Kiel und Hamburg an, über die Strecken Neumünster–Oldesloe sowie Neumünster–Elmshorn–Pinneberg.
Geplant ist dafür Anfang der 2030er Jahre eine weitgehende Zweigleisigkeit inklusive Elektrifizierung zwischen Neumünster und Oldesloe, anschließend der Ausbau zwischen Elmshorn und Pinneberg und danach die vollständige Zweigleisigkeit und Elektrifizierung zwischen Neumünster und Bad Oldesloe.
Wie verhält sich diese Planung zur überfälligen Entscheidung S-Bahn oder Regionalbahn – und zu den Entscheidungen in Hamburg zur Verbindungsbahn, zu Diebsteich, Altona und dem Hamburger Hauptbahnhof?
Welche Maßnahmen werden aus welchen Töpfen finanziert – durch das Land, durch den Bund? - Wann ist realistisch mit einer Fertigstellung im Abschnitt Elmshorn–Pinneberg zu rechnen, wenn der erste Projektabschnitt Neumünster–Oldesloe erst Anfang der 2030er Jahre beginnt?
Ist nach aktuellem Stand überhaupt eine spürbare Verbesserung vor 2040 zu erwarten? Und welche konkreten Zwischenmaßnahmen sind für die nächsten 10 bis 15 Jahre möglich? - Welche Zeitachsen werden in Schleswig-Holstein im besten und im schlechtesten Fall für die Region Kreis Pinneberg zugrunde gelegt – und wovon hängen diese im Einzelnen ab?
Angesichts dieser Vielzahl offener Fragen kann es für die SPD – gemeinsam mit allen anderen Kräften, die sich im Kreis Pinneberg für die Bahn und ihre Nutzerinnen und Nutzer einsetzen – nur heißen: dranbleiben, aufklären und auch im neuen Jahr 2026 weiter entschlossen Tempo machen.
Quelle: KV Pinneberg
