Rund um den „Heißen Stuhl“ gab es lebhafte Diskussionen beim Berufsbildungsforum der Elmshorner SPD. Denn Fachkräfte wachsen nun einmal nicht auf den Bäumen.
Ein Fishbowl-Abend im Elmshorner Kranhaus
Das war eine sehr lebhafte Runde, zu der die SPD Elmshorn kürzlich ins Kranhaus eingeladen hatte. Michaela Bagger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Elmshorn, Martin Ossenbrüggen, Obermeister der Malerinnung und stellvertretender Kreishandwerksmeister, Luca Kehnscherper von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Ausbilder bei der Hamburger S-Bahn und Vorsitzender der Jugendvertretung, sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies stellten sich unter der Leitung des SPD-Ortsvorsitzenden Arne Klaus der Diskussion im offenen Kreis und mit den interessierten Gästen.
Die berufliche Ausbildung muss an vielen Stellen ansetzen und ausgebaut werden
Einige der wichtigsten Aussagen aus den Eingangsstatements:
Michaela Bagger: „Die Fachkräftesicherung wird auch für die Metropolregion insgesamt immer wichtiger – nicht zuletzt durch den Wandel im Bevölkerungsaufbau und die absehbaren Abgänge aus dem aktiven Berufsleben. Auch im Kreis Pinneberg müssen wir alle jungen Menschen gewinnen und Zugewanderte für Ausbildung und Weiterbildung interessieren und fördern.“
Martin Ossenbrüggen: „Im Kreis Pinneberg sind in jüngster Zeit mehr Ausbildungsverträge als früher unterschrieben worden. Das Handwerk ist sehr vielfältig, und die duale Ausbildung ist eine tragfähige Verbindung von Praxis und Theorie. Im Handwerk haben grundsätzlich alle Jugendlichen gute Ausbildungschancen, weil es um sehr konkrete und praktische Tätigkeiten geht. Gleichzeitig sind auch hier neue Technologien – von der Digitalisierung bis zur KI – immer stärker präsent. Das bietet technikaffinen jungen Menschen zusätzliche Anreize.“
Luca Kehnscherper: „Der Fachkräftebedarf ist da, auch in Hamburg. Die
Nachfrage nach Ausbildungen im Mobilitätsbereich, gerade im Schienenverkehr, wird absehbar weiter hoch sein. Für eine erfolgreiche Ausbildung sind das Engagement und die Qualität der Lehrkräfte sowie der Ausbilderinnen und Ausbilder besonders wichtig.“
Beate Raudies: „Eine kontinuierliche, interessante und motivierende Berufsorientierung und Berufsvorbereitung sind Gold wert. Dabei hilft auch ein Blick in andere Länder, wo teilweise schon in der fünften und sechsten Klasse damit begonnen wird. Die hohe Zahl junger Menschen ohne Schulabschluss und ohne Ausbildung müssen wir noch viel intensiver angehen. Schleswig-Holstein hat hier großen Nachholbedarf.“
Mehr gemeinsamer Einsatz für die berufliche Aus- und Weiterbildung ist notwendig
Wie es das Konzept von Arne Klaus vorsah, war der sogenannte „Heiße Stuhl“ für Stellungnahmen und Nachfragen aus der Gästerunde schnell besetzt. Stichworte zu den angesprochenen Themen waren unter anderem: KI und die Zukunft der Arbeit und des Handwerks; die Weiterentwicklung der Ausbildungsordnungen; zweijährige Ausbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten; Ausbildungsgarantie und Förderprogramme; die Jugendberufsagentur im Kreis Pinneberg und Produktionsschulen in Hamburg; Lehrerweiterbildung und Meisterausbildungen; die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung sowie Meister- und Bachelorabschlüsse; Gesundheitsberufe und Arbeitspotenziale; Arbeitsbedingungen, Berufsausstieg und Berufswechsel.
Die SPD in Kreis und Stadt wird diese Diskussion weiterführen
Für die SPD als Veranstalterin wurde jedenfalls klar: Dies wird nicht die letzte Diskussion dieser Art gewesen sein. Dafür sind die Fragen der beruflichen Bildung ein viel zu großes Herzensanliegen der SPD, wie Arne Klaus zum Schluss der Runde feststellte. Er verband seine Worte mit einer Merci-Schokolade für die Expertinnen und Experten und einem herzlichen Dank an alle Teilnehmenden.
Für dieses Jahr sind im Kreis Pinneberg und in Elmshorn weitere Termine geplant: ein Besuch der Anne-Frank-Schule in Elmshorn zum Thema „Ausbildungsorientierung und Berufsvorbereitung“, eine öffentliche Diskussion mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Truels Reichardt in Pinneberg, ein Gespräch in der Kreisberufsschule Elmshorn, unter anderem zum Stand des Bildungscampus, sowie ein Besuch einer Hamburger Produktionsschule in Hamburg-Altona.
Quelle: KV Pinneberg
