Am 8. Oktober hat der DGB zu einem Filmabend in die KulturSchusterei Barmstedt eingeladen. Gezeigt wurde „Das Deutsche Volk“ von Marcin Wierzchowski.
In der Nacht des 19. Februar 2020 hat ein Rassist in Hanau neun junge Menschen erschossen. Der Film begleitet vier Jahre lang die Familien der Ermordeten und die Überlebenden. Sie kämpfen nicht nur um Wahrheit und Gerechtigkeit, sondern auch gegen das Vergessen. Und er stellt eine Frage, die heute wieder drängender ist denn je: Wer gehört zu Deutschland und wer nicht?
Ich war dabei und habe den Saal sehr bewegt verlassen. Der Film lässt einen nicht kalt, und er sollte es auch nicht. Er zeigt, was es bedeutet, wenn Angehörige nach so einer Tat nicht nur trauern, sondern auch noch dafür kämpfen müssen, gehört zu werden.
Der Abend war leider nur schwach besucht. Umso mehr danke ich dem DGB dafür, dass er ihn trotzdem stattfinden ließ. Dieser Film verdient ein großes Publikum. Wenn Ihr ihn noch nicht kennt: Schaut ihn Euch an, allein oder gemeinsam mit anderen.
Erinnerung ist kein Selbstzweck. Sie verpflichtet uns, hinzuschauen und zu widersprechen, wo Menschen ausgegrenzt werden, und ihre Namen nicht zu vergessen.
Cornelis de Jong, Vorsitzender der SPD Barmstedt
