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Die berufliche Bildung stark machen

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildung AfB der Kreis-SPD zu Gast bei der Kreisberufsschule Pinneberg

Die Stärkung der beruflichen Bildung ist schon vom Selbstverständnis der SPD als „Partei der Arbeit und der Bildung“ her ein ganz zentrales Anliegen für die Arbeitsgemeinschaft für Bildung AfB auch im Kreis Pinneberg. Mit einem Besuch bei der Beruflichen Schule Pinneberg verschafften sich der Vorstand der AfB im Kreis und weitere Interessierte kürzlich einen sehr tiefgehenden Einblick in die aktuelle Lage der schulischen beruflichen Bildung bei Schulleiter Michael Gehrke und seiner Stellvertreterin Ute Brandt.

3600 Schülerinnen und Schüler und wachsende Tendenzen in Pinneberg

Zum letzten Stichtag im November 2025 ist die Pinneberger Berufsschule mit über 3600 Schülerinnen und Schülern nicht nur eine sehr große Schule, sondern auch – ganz gegen den Landestrend – schon jetzt eine wachsende Schule. Schulleiter Michael Gehrke: „Dieses Wachstum wird im ganzen Land erst 2028 erwartet. Bemerkenswert ist auch das wünschenswerte Wachstum in der dualen Ausbildung mit einem leichten Anstieg in den Bereichen Metall, Kfz, Bau und den fachpraktischen Sonderberufen.“ Größter Ausbildungsbereich in Pinneberg ist der Bereich Wirtschaft und Verwaltung mit aktuell knapp 1405 Personen. Gewachsen ist auch die Ausbildung zu sozialpädagogischen Assistenten sowie die praxisintegrierte Ausbildung in der Sozialpädagogik.

Die räumlichen Bedingungen für neue Lernräume müssen vorangebracht werden

Auf die Nachfrage nach den räumlichen Voraussetzungen gab es den Hinweis der Schulleitung an die AfB-Gäste, dass die Berufsschule zusätzliche Raumkapazitäten benötigt, auch für multifunktionale Räume und neue Lernräume mit einer anderen Qualität als die klassischen Standardklassenräume. Dafür habe der Kreis Pinneberg auch schon vor drei Jahren 400.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bereitgestellt, die aber noch nicht einmal in die Ausschreibung gegangen sei. Die AfB will dieser Frage deshalb jetzt nachgehen, wie deren Sprecher Ernst Dieter Rossmann erklärte, damit aus einer aktualisierten Fassung des Leistungsverzeichnisses zur Machbarkeitsstudie in konkreten Schritten auch konkrete bauliche Verbesserungen werden.

Besondere Förderbedarfe ernst nehmen

Verbesserungen muss es auch geben, so die Erkenntnis in dem Gespräch, damit die Wirkungskette nach den Gemeinschaftsschulen und den Förderzentren über die Ausbildungsvorbereitung bis in die beruflichen Schulen kontinuierlich ausgebaut werden kann. Auch besondere Probleme der dualen Ausbildung kamen am Beispiel der Azubis in der Ausbildung zum zahnmedizinischen Fachangestellten zur Sprache, nicht zuletzt auch, weil Ausbildungsbetriebe neue Azubis aus dem Ausland wie z.B. Vietnam anwerben. Hier möchte die Berufsschule Pinneberg zusammen mit der Zahnärztekammer des Landes, dem Kreiszahnärzteverein und den Ausbildungsbetrieben zu einem zweiten Berufsschultag für die Unter- und Mittelstufe kommen, da dieser für einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss nach dem fachlichen Urteil der Berufsschule unverzichtbar ist.

Neue Wege helfen weiter

Intensiv diskutiert wurden auch die Bedeutung und die Notwendigkeit von Jugendaufbauwerken und das Konzept von Produktionsschulen, wie es in der Nachbarschaft in Hamburg flächendeckend praktiziert wird. Ernst Dieter Rossmann: „Das sind offensichtlich erfolgreiche, aber auch anspruchsvolle Wege, bei Schulmüdigkeit und drohendem Schulabbruch zu positiven Erfolgserlebnissen und neuer Motivation zu kommen.“ Die Schulleitung der Berufsschule stellte dazu heraus, wie breit das Spektrum an beruflichen Ausbildungswegen von Ausbildungen der höchsten technischen Qualifikation bis zur inklusiven Ausbildungsvorbereitung ist. Die AfB im Kreis will die gewonnenen Erkenntnisse jetzt nicht nur in die Kreispolitik, sondern auch auf die Landesebene tragen. Dazu sollen entsprechende Anträge und Initiativen vorbereitet werden.

Quelle: KV Pinneberg