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Der Masterplan Arbeit.Wirtschaft.SH – Arbeit

Für einen Masterplan Arbeit.Wirtschaft.SH

Der SPD-Landesparteitag vom 14.2. in Büdelsdorf hat es beschlossen: Schleswig-Holstein als europäischer Zukunftsraum zwischen Nord- und Ostsee

Was wir wollen: Das Kapitel 6 – Arbeitsmarktpolitik

Gute Arbeit: Arbeitsmarktprogramm für Schleswig-Holstein starten

Wegen der demographischen Entwicklung werden in Schleswig-Holstein nach Berechnungen von Wissenschaftler in zehn Jahren mehr als 300.000 Fachkräfte fehlen. Ziel des von uns geplanten Masterplans Arbeit.Wirtschaft.SH, an dem wir die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit maßgeblich beteiligen werden, muss es sein, alle Reserven des Arbeitsmarktes zu mobilisieren.

Sowohl in der Arbeitslosenversicherung als auch in der Grundsicherung gilt es, gemeinsam die lokalen Arbeitsmärkte zu stärken. Wir unterstützen die Menschen, die von der Transformation betroffen sind und deren Beschäftigung sich ändern wird, genauso wie Menschen, die ohne Arbeit sind. Ältere Menschen, Menschen ohne formale Qualifikationen oder Schulabschlüsse sowie Menschen mit Behinderung müssen in der Betrachtung als eigenständige Gruppen mit spezifischen Handlungsansätzen und Potenzialen behandelt werden.

Ergänzend zu dem arbeitsmarktpolitischen Instrumentarium des Bundes ist es sinnvoll, bestimmte zusätzliche Maßnahmen mit Landesmitteln zu finanzieren, wie es das sozialdemokratisch regierte Hamburg erfolgreich tut. Ein Beispiel ist die psychologische Clearingstelle der Jugendberufsagentur, die junge Menschen mit psychischen Herausforderungen am Übergang von der Schule in den Beruf unterstützt. Psycholog können den Unterstützungsbedarf schnell einschätzen, filtern jene jungen Menschen heraus, denen mit wenigen Gesprächen geholfen werden kann, und unterstützen die übrigen bei der Suche nach einem Therapieplatz. Außerdem gibt es in Hamburg eine niedrigschwellige Vor-Ort-Beratung für arbeitssuchende Geflüchtete, die aus Landesmitteln finanziert wird. Ein weiteres Beispiel ist eine Taskforce, die Un- und Angelernte zum Nachholen eines Berufsabschlusses überzeugen soll.

Die SPD steht für eine Stärkung der betrieblichen Ausbildung. Schleswig-Holstein braucht mehr Ausbildungsplätze in den Unternehmen, und die Auszubildenden müssen nach der Ausbildung Perspektiven erhalten. So sichern sich die Betriebe die Fachkräfte von morgen. Der Übergang von der Schule ins Berufsleben muss verbessert werden. Unser Anspruch bleibt: Kein Schüler darf die Schule ohne Abschluss verlassen. Wir müssen die konkrete Verantwortung von Schule, Jugendhilfe, Ausbildungsbetrieben, Berufsberatung und der Grundsicherung schärfen. Damit alle eine Chance auf eine Ausbildung haben, sollen die Jugendberufsagenturen ausgebaut und benachteiligte Jugendliche stärker gefördert werden.

Aktuell haben wir in Schleswig-Holstein viele Tausend Fachkräfte, deren Potenzial wir nicht heben. Frauen leisten noch heute einen Großteil der Care-Arbeit – von der Kinderbetreuung über den Haushalt bis hin zur Pflege von Angehörigen – und stehen dem Arbeitsmarkt deshalb nicht voll zur Verfügung. Mehr als 60 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit und ca. 17 Prozent gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach. Viele gut ausgebildete Frauen wollen mehr arbeiten und ihre Potenziale einbringen. Aus diesem Grund müssen wir attraktive und flexible Arbeitsbedingungen schaffen und Unterstützung bei der Kinder- oder Pflegebetreuung leisten.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdienen Respekt. Dieser Respekt zeichnet sich dadurch aus, dass hart erkämpfte Rechte und Sicherheiten im Arbeitsleben nicht infrage gestellt werden. Motivierte Arbeitnehmer brauchen Sicherheit – gerade dann, wenn sie erkranken oder familiäre beziehungsweise gesellschaftliche Aufgaben übernehmen. Das Recht auf Teilzeit oder die positiven Erfahrungen durch telefonische Krankschreibungen werden von uns nicht infrage gestellt. Die Forderung nach Wiedereinführung von Karenztagen wiederum lehnen wir klar ab. Arbeitnehmer sollen nicht zum Bittsteller bei den Arbeitgeber werden. Wir werden für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen streiten und nicht für deren Verschlechterung.

Allein werden wir den Bedarf an zukünftigem Personal nicht decken können. Es gibt weltweit immer noch viele Menschen, die gerne nach Deutschland und nach Schleswig-Holstein kommen möchten, um hier zu leben und sich in die Gesellschaft einzubringen. Eine Willkommenskultur und die Weltoffenheit der Schleswig-Holsteiner sind das Fundament dafür, dass Fachkräftezuwanderung gelingt. Um Fachkräfte bereits im Ausland auf Schleswig-Holstein aufmerksam zu machen, ihnen hier vor Ort einen guten Start zu ermöglichen und vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels zu unterstützen, braucht es ein effektiv arbeitendes Welcome Center. Das bestehende Welcome Center wird den Erfordernissen und Potenzialen einer unbürokratischen Fachkräftevermittlung bislang nicht gerecht. Wir müssen das Welcome Center erheblich ausbauen: Wir wollen die dort eingesetzten Fachkräfte von derzeit 14 mindestens verdoppeln, eine dezentrale Struktur etablieren und das Welcome Center noch enger mit den Ausländerbehörden in den Kommunen verzahnen.

Quelle: KV Pinneberg