Für einen Masterplan Arbeit.Wirtschaft.SH
Der SPD-Landesparteitag vom 14.2. in Büdelsdorf hat es beschlossen: Schleswig-Holstein als europäischer Zukunftsraum zwischen Nord- und Ostsee
Was wir wollen: Das Kapitel 3 – Arbeit
Dänemark und Hamburg als Vorbilder und Partner
Dänemark und Hamburg zeigen, wie eine langfristig angelegte Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Infrastrukturpolitik erfolgreich sein kann. Davon kann und muss Schleswig-Holstein lernen:
- Von Gewerbegebieten bis zur festen Fehmarnbeltquerung: Dänemark ist schneller bei der Planung, Genehmigung und Umsetzung von für die wirtschaftliche Entwicklung wichtigen Infrastrukturprojekten. Hamburg setzt bei der Flächenplanung bewusst auf Industrieansiedlungen mit höherer Wertschöpfung und besseren Arbeitsbedingungen. Im Hamburger Umland bieten sich erhebliche Chancen für Schleswig-Holstein, die durch eine engere Kooperation mit dem Stadtstaat besser genutzt werden müssen.
- Dänemark rollt technologisch innovativen und wichtigen Ansiedlungen – sowohl für die Klimatransformation als auch für Zukunftsbranchen wie die Künstliche Intelligenz – den roten Teppich aus. Neue Serverfarmen und Rechenzentren werden binnen weniger Wochen genehmigt. Schleswig-Holstein wird im Wettbewerb um diese Unternehmen und Investitionen nur mithalten können, wenn Landesplanung, Flächenausweisung und Genehmigungspraxis ähnlich konsequent ausgerichtet werden wie auf der dänischen Seite.
- Dänemark und Hamburg verfolgen beim Übergang von der Schule in den Beruf und bei der Vermittlung in Arbeit eine konsequente Strategie der Aktivierung, Befähigung und Qualifizierung, etwa bei den flächendeckend vorhandenen Produktionsschulen in Dänemark, die gerade für benachteiligte Jugendliche den Übergang in Ausbildung und Arbeit erfolgreich unterstützen.
- In den kommenden Jahren werden die ersten dänischen Kommunen wie Sønderborg klimaneutral werden – dank langfristiger Strategie und einer hohen Akzeptanz bei Unternehmen und Bevölkerung. Vielfältige technologische Ansätze wurden entwickelt, erprobt und umgesetzt. Klimaschutz ist in Dänemark und Hamburg kein Verzichtsthema, sondern Innovationstreiber und Geschäftsmodell.
- Ausgehend von einem hohen Niveau investiert Dänemark weiterhin mit sehr ambitionierten Zielen in den Ausbau der erneuerbaren Energien und den klimaneutralen Umbau des Wärmesektors. Ob Bau von Großwärmepumpen, Ausbau von Windenergie und Wärmenetzen oder die Umstellung der Biogasproduktion von Mais auf Reststoffe – der dänische Weg ist vorbildlich und nachahmenswert.
Besonders in Zeiten geopolitischer Umbrüche und fragiler gewordener Handelsbeziehungen und Lieferketten muss Schleswig-Holstein ein vitales Interesse an einer noch engeren wirtschaftlichen Kooperation mit Dänemark, aber auch mit Skandinavien und dem gesamten Ostseeraum haben. Dazu gehört der infrastrukturelle Ausbau der Jütland- und der Fehmarnbelt-Route, der schleswig-holsteinischen Ostseehäfen sowie insgesamt eine Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit – nicht zuletzt durch den Abbau bestehender Hürden beim grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt. Auch die zivil-militärische Kooperation in dieser Region wird an Bedeutung gewinnen und erfordert eine engere Zusammenarbeit auf allen Ebenen.
Schleswig-Holstein ist nicht nur ein deutsches Bundesland, sondern ein europäischer Knotenpunkt im nordeuropäischen Raum. Zwischen Nord- und Ostsee, zwischen Hamburg, Skandinavien und dem Baltikum liegt unser strategischer Standortvorteil.
Wir begreifen die Ostsee als europäischen Zukunftsraum – wirtschaftlich, sicherheitspolitisch und technologisch. Die EU-Ostseestrategie muss aktiv genutzt werden, um grenzüberschreitende Innovationscluster, maritime Sicherheitskooperation und Energieinfrastruktur gemeinsam mit unseren Partnerregionen aufzubauen.
Schleswig-Holstein soll Impulsgeber für eine engere wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit im Ostseeraum werden – mit Fokus auf maritime Industrie, kritische Infrastruktur, Offshore-Energie, Wasserstoffwirtschaft und den Schutz digitaler Unterseekabel.
Hamburg ist ein zentraler Anlaufpunkt und häufig Arbeits- und Ausbildungsort für Menschen aus Schleswig-Holstein, insbesondere aus den südlichen Kreisen im Umland der Hansestadt. Dementsprechend eng muss die Verkehrsinfrastruktur verbunden sein, und der Wirtschaftsraum muss über die Landesgrenzen hinweg gedacht werden.
Quelle: KV Pinneberg
