
Annemarie Renger war die erste Frau im Deutschen Bundestag, die zur Parlamentspräsidentin gewählt wurde. Vier Jahre lang übte sie dieses Amt aus, anschließend war sie viele weitere Jahre Vizepräsidentin des Parlaments. Dem Deutschen Bundestag gehörte sie von 1953 bis 1990 an – darunter in zwei Legislaturperioden der 1960er-Jahre als Abgeordnete für den Wahlkreis Pinneberg.
In dieser Zeit wohnte sie im Haus Friedrich-Ebert-Straße 34, in dem heute die Geschäftsstelle des SPD-Kreisverbandes Pinneberg untergebracht ist. Ein Ort mit Geschichte also.
Annemarie Renger stammte aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie und trat 1945, unmittelbar nach Krieg und NS-Terror, in die SPD ein. In ihrem langen politischen Leben war sie vieles: die engste Mitarbeiterin des legendären SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher, Präsidentin des Arbeiter-Samariter-Bundes, den jüdischen Gemeinden eng verbunden – und eine Feministin alter Schule.
Auch deshalb hat der SPD-Kreisverband ihr ein großes Bild im Tagungszentrum gewidmet. Daneben findet sich ihr legendärer Satz:
„Ich habe erreicht, was ich wollte. Es ist bewiesen, dass eine Frau das kann.“
Viele weitere interessante und bewegende Einblicke in ihr Leben bietet ihre Biografie „Ein politisches Leben“, die nun ebenfalls im Kreisbüro ausliegt. Sie ist Teil eines kleinen, aber feinen sozialdemokratischen Bücherschatzes: Biografien, Analysen und programmatische Schriften aus der reichen Geschichte der Sozialdemokratie – von August Bebel bis in die Gegenwart.
Und weil sich die SPD im Kreis Pinneberg besonders mit der Hochseeinsel Helgoland verbunden fühlt, findet sich in dieser kleinen SPD-Kreisbücherei auch eine Auswahl an Büchern und Bildbänden zu Helgoland.
Quelle: KV Pinneberg
