Zum Inhalt springen
Home » Renteneintritt: Wer Söder glaubt, ist selber schuld

Renteneintritt: Wer Söder glaubt, ist selber schuld

Kein Tag vergeht, an dem der CSU-Vorsitzende nicht eine neue Sau durchs Dorf treibt – und das am liebsten mit falschen Begriffen und Behauptungen.

So will der CSU-Chef die „Rente mit 63“ abschaffen. Auch wenn davon im Wahlprogramm der Union vor der Bundestagswahl vor einem Jahr keine Rede war. Aber so etwas hat den CSU-Chef noch nie gestört. Genauso wenig wie die Tatsache, dass es eine „Rente mit 63“ schon lange nicht mehr gibt. Denn aktuell liegt für den Rentenjahrgang 1962 die Altersgrenze dieser „Rente für besonders langjährig Versicherte“ bereits bei 64 Jahren und 8 Monaten, und für spätere Jahrgänge steigt sie weiter schrittweise auf 65 Jahre. Davon betroffen sind Menschen wie z. B. Pflegekräfte, Verkäuferinnen, Schichtarbeitende und auch Handwerker, die schon früh ins Berufsleben gestartet sind und über Jahrzehnte hart gearbeitet haben. Allein im Handwerk arbeiten rund 5,5 Millionen Beschäftigte.

Man darf gespannt sein, was Herr Söder und andere Kräfte in der CDU/CSU nun zu Forderungen aus dem Handwerk sagen, dass „wer hart arbeitet, früher in Rente gehen können sollte“. Mit dieser Forderung geht jetzt z. B. das Bäckerhandwerk in die Diskussion. Und die BILD-Zeitung berichtet von Forderungen, dass es eine Extra-Rente für Handwerker geben müsse: „Nach 40 Jahren körperlicher Arbeit ist es auch mal gut.“

Kann es nicht auch einmal gut sein mit den ständigen Begriffsverdrehungen und den populistischen Widersprüchen bei den Konservativen? Wer ernst genommen werden will, sollte zumindest bei den Fakten bleiben können.

Die Antwort der SPD im Bundestag auf Söders Forderung ist jedenfalls klar: „Mit der SPD wird es keine Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren geben“, so die Vizefraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt. Recht hat sie!

Quelle: KV Pinneberg