150.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein bekommen zum 1. Januar mehr Geld.
„Der höhere Mindestlohn ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Kaufkraft – gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.“ Dieser Feststellung von Laura Pooth, der Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord, zu dem auch Schleswig-Holstein gehört, kann nur uneingeschränkt zugestimmt werden. „Wer arbeitet, muss von seiner Arbeit leben können.“
Die SPD im Kreis hierzu: „Diese Anhebung ist eine Notwendigkeit und zeigt Respekt vor harter Arbeit. Das ist immer noch kein großes Einkommen, aber trotzdem einmal mehr ein wichtiger Schritt gegen Ausbeutung und Armut trotz Arbeit.“
Für Menschen, die in Vollzeit arbeiten, bedeutet diese Anhebung einen Mehrverdienst von 2.280 Euro im Jahr 2026, weil der Satz von 12,82 Euro jetzt auf 13,90 Euro durch eine Kommission mit Vertretern von Arbeitnehmern und Arbeitgebern angehoben worden ist. Davon profitieren in Schleswig-Holstein jetzt gut 150.000 Beschäftigte, vor allem im Einzelhandel, in der Logistik und in der Landwirtschaft.
Insgesamt arbeiten in unserem Land rund 230.000 Personen zum Mindestlohn, das sind 18,5 % aller Beschäftigten. Zum Vergleich für den Norden: In Mecklenburg-Vorpommern sind es 22 %, in Hamburg 13,5 %.
Ernst Dieter Rossmann, Pressesprecher des SPD-Kreisverbandes: „Die SPD setzt sich von der politischen Seite schon lange für einen fairen und arbeitsgerechten Mindestlohn ein. Die Verbesserung der Mindestlöhne unterstützt gleichzeitig die Position der Gewerkschaften, wenn es um die Tariflöhne geht. Dafür ist auch wichtig, dass noch mehr Beschäftigte in die Gewerkschaften eintreten, um deren Durchsetzungskraft bei Tarifverhandlungen zu erhöhen. Eigenes Engagement sowie eigene Mitgliedschaft und Mitwirkung in den Gewerkschaften sind gerade für die Beschäftigten, die im unteren Lohnbereich tätig sind, unverzichtbar. Denn ein verbesserter Mindestlohn ist hilfreich, kann es aber auch nicht alleine richten. Da müssen kampfstarke Belegschaften und Gewerkschaften für gute Tariflöhne sorgen.“
Weiter wichtig: Auch für Auszubildende wird es mehr Geld geben. Dort steigt die Mindestvergütung im ersten Lehrjahr auf 724 Euro, im zweiten auf 854 Euro und im dritten auf 977 Euro. Bei einem vierten Lehrjahr sind es dann 1.014 Euro monatlich.
Und weiter bemerkenswert: Für die rund 80.000 Beschäftigten in der Gastronomie in Schleswig-Holstein gibt es nach einem eigenen Abschluss vom März 2025 bereits einen höheren Mindestlohn von annähernd 15 Euro.
In diese Richtung zielt dann auch die jetzt schon bundesweit für 2027 vereinbarte Anhebung auf 14,60 Euro pro Stunde.
Quelle: KV Pinneberg
