Das war eine sehr interessante Gesprächsrunde zum Thema „Junge und Ältere zusammen – für eine neue Solidarität im Sozialstaat“, zu der sich in der Adventszeit rund 20 Teilnehmende im Stadtteiltreffpunkt der AWO in Elmshorn zusammengefunden hatten. Mit Maybrit Venzke aus Appen, 27 Jahre alt und in diesem Jahr gewählte stellvertretende Landesvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein, wurde dabei ein breites Spektrum an Fragen aufgemacht, bei denen nicht das Gegeneinander, sondern das Miteinander der Generationen diskutiert und weiterentwickelt wurde.
Maybrit Venzke sprach sich hierbei ausdrücklich für einen gesicherten Generationenvertrag bei der Rente aus und zählte hierzu sowohl die jüngst von der SPD durchgesetzte Haltelinie von 48 % als auch kleinere Maßnahmen, die im beschlossenen Gesamtpaket enthalten sind. In der Diskussion wurde schnell klar, dass weitergehende Reformen gerade in der Altersversorgung für rund 23 Millionen Rentenbezieherinnen und -bezieher, aber auch für Beamte und Selbständige mit Augenmaß und in gerechter Solidarität der Generationen angegangen werden müssen.
Maybrit Venzke: „Sicherheit ist wichtig – sowohl für die Älteren wie für die Jüngeren, denn auch wir Jüngeren werden hoffentlich einmal alt.“ Alle Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer waren sich einig, dass dieses Thema nicht nur in Bundeskommissionen auf höchster Ebene intensiv beraten werden muss, sondern auch gemeinsam mit allen Generationen.
Venzke weiter: „Wie der Generationenvertrag überhaupt funktioniert, wird gerade auch der jüngeren Generation erklärt werden müssen. Und auch viele Ältere haben falsche Vorstellungen davon, wie die Renten an die Löhne gekoppelt sind und aus welchen Quellen der Sozialversicherung sowie der Steuern diese finanziert werden.“ Ebenso müsse über die Risiken kapitalgedeckter Systeme aufgeklärt werden, um diese gegebenenfalls absichern zu können.
Weitere Themen in der lebendigen Aussprache waren die Situation der Pflege, die Förderung des Ehrenamtes, Freiwilligendienste oder verpflichtende Dienste für Männer und Frauen sowie ein generationengerechter Umgang mit Vermögen und Erbschaften. Auch die Veränderungen in der Arbeitswelt, die durch künstliche Intelligenz (KI) auf wirtschaftliche Strukturen, Arbeitsplätze und -bedingungen sowie die Kommunikationswelten und damit letztlich auch die Demokratie zukommen könnten, wurden angesprochen.
Maybrit Venzke dazu: „Angst ist dabei ein schlechter Ratgeber. Rechtzeitiges und gründliches Nachdenken mit dem Willen zur Steuerung und Gestaltung sind umso wichtiger. Die Menschen gestalten ihre Lebensverhältnisse schließlich selbst.“
Ganz in diesem Sinne seien solche Gesprächsrunden wie beim Elmshorner SPD-Kreis einfach unersetzlich. Dem konnten Jürgen Heesch und Harald Steltner, die durch den Nachmittag geführt hatten, nur zustimmen und verabschiedeten Maybrit Venzke mit viel Beifall der Versammelten und einem kleinen Geschenk.
Quelle: KV Pinneberg

