Immer wieder wird behauptet, Arbeiten lohne sich nicht, weil das Bürgergeld zu hoch sei. Ein aktueller Bericht der Bundesregierung stellt diese Behauptung nun richtig:
Wer zum Mindestlohn arbeitet, hat deutlich mehr Einkommen als ein Bürgergeldempfänger – sofern alle zustehenden Leistungen berücksichtigt werden.
Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:
- Arbeit zum Mindestlohn führt zu einem deutlich höheren Einkommen als Bürgergeldbezug.
Das zeigt der Entwurf des siebten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, der derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet wird.
Demnach sind die Einkommen, die mit Arbeit zum Mindestlohn erzielt werden können, zwischen 2021 und 2024 stärker gestiegen als die Bürgergeldsätze – obwohl der Regelsatz 2023 und 2024 jeweils um rund zwölf Prozent angehoben wurde. - Der Lohnabstand hat sich durch mehrere Maßnahmen vergrößert.
Ausschlaggebend war vor allem die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro im Jahr 2022 sowie die verbesserten Sozialleistungen wie Wohngeld und Kinderzuschlag, die gezielt Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdienern zugutekommen, die kein Bürgergeld beziehen.
Dieser Zusammenhang ist in der Öffentlichkeit oft wenig bekannt – auch, weil bestimmte Medien wie die BILD-Zeitung und andere rechte Publikationen diese Fakten bewusst verschweigen und stattdessen auf Verunsicherung und Spaltung setzen.
Der Bericht weist zudem auf ein weiteres Problem hin:
Viele Menschen beantragen ihnen zustehende Sozialleistungen nicht. Der geschätzte Anteil der sogenannten Nichtinanspruchnahme liegt bei mindestens 33 Prozent, andere Untersuchungen gehen sogar von bis zu 88 Prozent aus.
Auch das zeigt deutlich: Es besteht ein großer Bedarf an Aufklärung und Information, damit alle Anspruchsberechtigten die ihnen zustehenden Leistungen tatsächlich erhalten – und sich Arbeit und Engagement gerecht auszahlen.
Quelle: KV Pinneberg
