- Aus den Gesundheits- und Pflegewochen heraus, die der SPD-Kreisverband in diesem Sommer durchgeführt hat, schlägt der SPD-Kreisvorstand jetzt dem Kreisparteitag am 15.11. folgende 5 Punkte zur Beratung und Beschlussfassung vor:
a) Eine bundesweite Harmonisierung der Ausbildung durchsetzen
Die Pflegeassistentenausbildung stößt auf großes Interesse. Viele praktische Prüfungen werden direkt in der Einrichtung abgenommen. Eine bundesweite Harmonisierung der Ausbildungsrichtlinien ist längst überfällig. Das beschlossene Gesetz über die Einführung einer bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung sieht endlich ein eigenständiges und einheitliches Berufsprofil für die Pflegefachassistenz vor. Damit werden die Voraussetzungen zur zukünftigen Sicherstellung der Qualität der pflegerischen Versorgung geschaffen, weil die Pflegefachpersonen deutlich von Aufgaben entlastet werden können, die zukünftig vermehrt von der Pflegefachassistenzkräften wahrgenommen werden sollen.
b) Einrichtung von Pflegeportalen für Platzangebote und Information
Die Einrichtung von Pflegeportalen mit der Erfassung freier Plätze – ob freiwillig oder verpflichtend – sowie die Erarbeitung von regionalen Pflegeplanen müssen in Deutschland selbstverständlich werden. Die SPD setzt sich über die kommunalen Spitzenverbände dafür ein, dass es hierzu zu einer Musterlösung kommt und speziell in Schleswig-Holstein in allen Landkreisen und kreisfreien Städten gibt.
c) Entbürokratisierung in der Pflege voranbringen
Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zusammen mit den kommunalen Spitzenverbänden soll noch in diesem Jahr 2025 mit Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände einen Bericht zu einer Pflegereform vorlegen. In einem hierzu im Koalitionsvertrag beschlossenen Aufgabenkatalog von elf Punkten fehlt bisher die Entbürokratisierung in diesem Aufgabenheft. Dieses muss dringend korrigiert werden. Wir fordern dazu auf, dass die SPD-Bundestagsfraktion aktiv wird und sichergestellt wird, dass auch die Fachkräfte vor Ort hierzu aktiviert und einbezogen werden.
d) Entlastung für die Angehörigen und Kurzzeitpflege
Fehlende Kurzzeitpflegeplätze sind ein sehr großes Problem in der aktuellen Pflegestruktur. Sie werden gebraucht zur menschengerechten Pflege im Notfall und für die Entlastung der Angehörigen. Da es sich um kurzfristige und nicht immer planbare Bedarfe handelt, braucht es hierzu eine bessere regionale Ausgestaltung, zum Beispiel durch den Aufbau von sog. Solitäreinrichtungen für die Kurzzeitpflege. Eine solche Einrichtung ist auch für den Kreis Pinneberg dringend im Zusammenwirken von Land, Kreis, den Pflegekassen und interessierten Trägern aufzubauen. Hierzu sind jetzt in der Kreispolitik und bei der Kreisverwaltung entsprechende Initiativen zu ergreifen.
e) Inklusion und Teilhabe bei Demenz
Bei der anwachsenden Zahl von Menschen mit einer Erkrankung an Demenz (am Stichtag 31.12.2024 waren im Kreis Pinneberg 7.843 Menschen davon betroffen) muss ein sehr differenzierter Umgang mit diesen betroffenen Menschen erreicht werden.
Die Beratung und Begleitung Erkrankter und ihrer Angehörigen muss verbessert werden, um die Voraussetzungen für eine gute Lebensqualität der Betroffenen zu schaffen. Neue Versorgungsstrukturen und vorhandene Hilfsangebote, wie z.B. die Pflegestützpunkte, müssen bedarfsgerecht geplant, (weiter-)entwickelt, implementiert und evaluiert werden. Im Hinblick auf das Ziel Inklusion sind Angebote zur Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus – und aufzubauen.
Unter anderem ausreichend demenzgerechte Wohnformen und mit einem demenzgerechten Umfeld (fachärztliche Versorgung, kultursensible Angebote, demenzsensible Mobilitätsangebote) ausgestattete Pflegeeinrichtungen sollten hier möglichst lange vollkommen integrativ arbeiten. Für die „Hinläufer“, für die es gesicherte Räumlichkeiten und kleinere Wohneinheiten bräuchte, gibt es gute Beispiele in den skandinavischen Ländern wie Dänemark und Schweden, die auch in Deutschland umgesetzt werden müssen. Vom Bund und den Ländern sind solche Reformen für mehr Menschenwürdigkeit in der Demenz in der Fortschreibung der Demenzpläne mit Vorrang aufzunehmen und zu fördern.
Quelle: KV Pinneberg
