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Aus der Arbeitswelt: Tarifflucht kostet Beschäftigte Milliarden!

Durch Tarifflucht entgehen den Beschäftigten pro Jahr zweistellige Milliardenbeträge

41 Milliarden Euro – so groß ist laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) der Schaden, der für die deutschen Sozialversicherungen Jahr für Jahr durch Tarifflucht und Lohndumping entsteht. Hinzu kommen Einnahmeausfälle bei der Einkommenssteuer, die für Bund und Länder zusammen bei 24 Milliarden Euro liegen. Diese Zahlen stammen aus der sogenannten Tarifflucht-Bilanz des DGB, bei der die Daten der Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt werden. Diese erfasst die Anzahl der Beschäftigten mit und ohne Tarifvertrag sowie deren Einkommen.

Im direkten Vergleich zeigt sich, wie sehr sich auch die Kaufkraft und damit der Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung durch Tariflosigkeit verschlechtert. So erhalten nach den Statistiken des DGB Tarifbeschäftigte über alle Branchen hinweg im Schnitt 2.891 Euro netto mehr pro Jahr als ihre Kolleginnen und Kollegen, die nicht nach Tarif bezahlt werden. „Mit einer flächendeckenden Tarifbindung hätten die Beschäftigten insgesamt pro Jahr rund 58 Milliarden Euro mehr im Portemonnaie“, heißt es in der DGB-Studie.

Addiert man alle Kosten zusammen, entsteht ein volkswirtschaftlicher Gesamtschaden von über 120 Milliarden Euro im Jahr. Dieser Schaden war allerdings schon einmal höher: Im Jahr 2023 betrug er noch hochgerechnet 130 Milliarden Euro. Der DGB hierzu: Die Erhöhung der Tarifbindung in einigen Bundesländern habe diese Schadensbilanz für die Allgemeinheit verringert. Das sei immerhin ein Anfang.

Umso wichtiger ist es, dass jetzt ein wirksames Tariftreuegesetz vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht wird. Diese Forderung wird von der Kreis-Pinneberger SPD mit Nachdruck unterstützt. Thomas Hölck, SPD-Kreisvorsitzender: „Egal auf welcher Ebene – die SPD kämpft im Bund, in den Ländern und in den Kommunen dafür, dass die Tarifbindung bei den öffentlichen Aufträgen eingeführt und eingehalten wird. Tarifverträge sind die Gesetze in der Wirtschaft, und diese Gesetze müssen gut und wirksam gemacht werden.“

Quelle: KV Pinneberg